..wie alles begann:

Ich beginne mit einem Zitat von Roland Kiesswetter, mit dem er sich, seine Werkstatt und seine Arbeit in einem Interview beschrieb:

„Ist das nun mein Büro, mein Ausstellungsraum oder mein eigentliches Zuhause? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Sicher ist nur: es ist mein Traum und meine Leidenschaft. Früher fuhr ich Formel V und war der passionierte Rennfahrer schlechthin. Das war irgendwann passé. Aber die Liebe zu schnellen Autos blieb. Und der Porsche Spyder ist der schönste Sportwagen, den ich kenne. Als ich dann in einer Fachzeitschrift entdeckte, dass die Karosserie in Amerika nachgebaut wurde, war mir klar: ich musste dieses Auto bauen. Jetzt verlassen 3 Fahrzeuge jedes Jahr meine Werkstatt, und zwar genau so, wie sie der Kunde will. Für jeden Spyder nehme ich mir dabei die Zeit, die er braucht, um perfekt zu sein.“ (Roland Kiesswetter)

Dank meiner Eltern wurde mein technisches Interesse mit Lego und FischerTechnik frühzeitig geweckt und ausgebaut. Es folgten Modellflugzeuge - wobei das Fliegen nicht meine Stärke war, sondern das Bauen und Modifizieren im Vordergrund stand - die ersten Vespas, die die Sucht nach luftgekühlten Motoren schürten und nebenbei auch das nötige Kleingeld während der Schulzeit eingebracht haben und - wie sollte es anders sein - der erste Käfer. Der Beginn eines klassischen Schrauberlebens zeichnete sich ab. Nach einer Auszeit, in der ich mich mit menem Volvo Amazon beschäftigte und der durch eine Duplex Garage ein jähes Ende nahm, wurde der Virus für luftgekühlte, klassische Fahrzeuge wieder geweckt, als ich 2004 auf dem Titelbild der Oldtimer Markt einen Porsche 550 Spyder © sah. Hier wurde von einem Leser berichtet, der das Zuffenhausener Werksfahrzeug des Porsche Spyder 550 © bewegen durfte.


Der Bericht und die Bilder des für mich
schönsten Sportwagens haben meine Leidenschaft wieder geweckt und so ein Wagen musste her. Leider reichte das Geld nicht! Also - wie in der Schulzeit - "Luftgekühlte" günstig einkaufen, aufbauen und verkaufen. Diesmal jedoch Buggy’s, um dem Flat4 etwas näher zu sein. Ziel war es, den Traumwagen selber aufzubauen. Ein Bausatz musste demzufolge her.

Nach langem Suchen und vergleichen (u.a. Prüfung von Zulassungsfragen etc.), landete ich - wie viele andere - bei den Fahrzeugen von Chamonix, da hier die Qualität und Detailtreue am Höchsten ist und eine Zulassung in Deutschland realisiert werden kann. Hinzu kommt: man(n) / Frau sitzt auf der linken Seite, das "Triebwerk" arbeitet nur 30 cm hinter dem Fahrersitz (echter Mittelmotor) und (wichtig!) ist luftgekühlt, die Karosse auf einem Leiterrohrrahmen und die Zeitreise inklusive.


Bild: Chamonix 550 von Dieter Rebmann

Es dauerte eine Weile, bis ich dann auch jemanden fand, der meinen Traum verwirklichen konnte! Die Werkstatt, die ich in Stuttgart-Degerloch betrat, war dunkel, aber auch gemütlich, und ich stand nur etwa 3 Meter von einem Chamonix 550 entfernt, was mein Herz höher schlagen ließ. Ein etwas zerzauster, grauhaariger und kauzig wirkender Mann kam aus dem Fussraum eines Chamonix 356 hervorgekrochen und wollte wissen, weshalb ich störe. Es folgten Fachsimpeleien und diverse Besuche bei Roland Kiesswetter bis mein 550 endlich in Stuttgart angekommen war. Nebenbei stellte sich heraus, dass Herr Kiesswetter den Import und Vertrieb der Chamonix-Fahrzeuge abgeben wollte.


Bild: Chamonix 550 von Dieter Rebmann

Roland Kieswetter hat seinen Traum und seine Leidenschaft verwirklicht, fast 20 Jahre "seine" Traumautos gebaut. Im Zuge meiner vielen Besuche und der Gespräche hat er seine Leidenschaft für diese wunderschönen Autos an mich weitergegeben, ebenso wie sein Geschäft, welches ich zum 01. Oktober 2008 von Ihm übernommen habe und im Sinne des obigen Zitats weiterführen werde.


Bild: Chamonix 550 von Dieter Rebmann


An dieser Stelle nochmals vielen Dank für das immer wieder unvergessliche Fahrerlebnis und die Zeitreise, die ich mit meinem 550 erworben habe, sowie die bisherigen und zukünftigen Fachsimpeleien über Motoren, die Formel V und unseren gemeinsamen Traum.

Ihr Michael Gehrke